Die Männerschuppen-Bewegung

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Das sind immer noch eher ungewöhnliche Treffpunkte für Männer: die sogenannten Männerschuppen. Im ersten Moment könnte man noch denken: „Huch, eine Abschiebestation für nervige Rentner-Gatten!“ Tatsächlich aber gibt es einen brisanten gesellschaftlichen Hintergrund. Denn Alterseinsamkeit, soziale Isolation und Depressionen unter Männern haben massive Auswirkungen.

Männer sterben früher

Warum Männerschuppen notwendig sind, zeigen die Zahlen: Männer sterben im Schnitt fünf Jahre früher als Frauen, auch, weil sie seltener oder zu spät zur Vorsorge gehen. Viele Todes- und langwierige Krankheitsfälle wären aber durch bessere Vorsorge vermeidbar (vgl. 7VIERZIG.de vom 10.6.2025: „Viele sterben viel zu jung: 5 Fakten zum Thema Männergesundheit“).

Manchmal ist der Männerschuppen eine richtige Werkstatt, manchmal sind es Räumlichkeiten, um zusammen zu kochen oder einfach nur zu klönen. Da wird gebohrt, Kaffee getrunken, einer erzählt, die anderen hören zu – oder eben nicht. Der Besuch ist ohne Anmeldung möglich – wie in einem Jugendzentrum, nur eben für sehr viel Ältere. Wichtig auch: Die Männerschuppen erbringen dabei keine Leistungen nach außen, das Ziel ist Begegnung und sozialer Austausch.

Aktuell ist die Zahl der Schuppen in Deutschland noch überschaubar: Der im Sommer 2023 gegründete Beirat Männerschuppen Deutschland zählt gerade mal ein Dutzend Angebote, die von Kommunen, Vereinen oder anderen Trägern betrieben werden. Im Beirat sind Praktiker, Wissenschaft und Sozialverbände vertreten. Das Gremium hat eine Auflistung (hier als PDF) erstellt, in der inzwischen auch Männergruppen und Online-Netzwerkgruppen mit aufgenommen worden sind. Ein erster Woman’s Shed ist ebenfalls dabei.

Männergesundheit als Thema

Ursprünglich kommt die Idee aus Australien: „Men’s Sheds“ gehören dort inzwischen ganz selbstverständlich zur Gesundheitslandschaft. Hintergrund für die ganzen Aktivitäten auf Bundesebene ist es, dass Deutschland bei der Männergesundheit im internationalen Vergleich ganz schön hinterherhinkt. Das wurde durch die internationale Zusammenarbeit der Stiftung Männergesundheit in der Global Action on Men‘s Health (GAMH) sichtbar, aus der am Ende auch die Gründung des Beirats entstanden ist.

Der verfolgt nach eigenem Bekunden das Ziel, auch für Deutschland einen Dachverband der Männerschuppen zu entwickeln, um das Thema noch deutlich bekannter zu machen. Das Thema habe eine „hohe Public Health Relevanz“, heißt es da. Das größere, dahinterliegende Ziel ist die Etablierung einer Männergesundheitsstrategie auf Bundesebene, wie es sie etwa wie in Großbritannien, Irland oder Kanada schon gibt.

Besuch im Männerschuppen

Wie es so in einem Männerschuppen zugeht, zeigt ein Beitrag aus der „Nordreportage“ des NDR über einen Männerschuppen auf der Insel Poel. Dort wird gemeinsam gebohrt, geschraubt, gekocht. Und ganz nebenbei passiert das, worum es eigentlich geht: Männer verbringen Zeit miteinander und kommen ins Gespräch. Ohne dass jemand sagt: „Jetzt reden wir mal über unsere Probleme!“

Der 30-minütige Beitrag ist hier zu sehen.

Für den Fall, dass jemand selbst so einen Ort der Begegnung schaffen will, hat der Beirat Männerschuppen eine kleine Anleitung entwickelt, die hier im Flyer nachzulesen ist.

Mehr zum Thema Männergesundheit und der Arbeit der Stiftung im 7VIERZIG-Podcast mit Olaf Theuerkauf:

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