Magische Momente

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Denkst Du manchmal darüber nach, was von Dir bleibt? Was schon geblieben ist? Heute erzähle ich Dir, wie mich mein fast 12-jähriger Sohn mal ziemlich ins Grübeln gebracht hat.

Mein Sommerurlaub dieses Jahr war der pure Wahnsinn. Ich habe meinen Bus und den inzwischen 12-Jährigen genommen und wir sind nach England gefahren. Wales, genau genommen. Drei Wochen.

So einen Trip hatte ich vor vier Jahren schon mal mit dem großen Sohn gemacht, damals war es Frankreich.

Die Reise nach Wales und zurück, inklusive aller Abenteuer (was tust Du, wenn mitten im Urlaub die Kreditkarte zickt und Du nicht genau weißt, wie Du wieder von der Insel runter kommst?), war ein wirklich tolles Erlebnis.

Das Kind, nein, der Junge wie auch der Vater sind auf dieser Reise ordentlich gewachsen. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an die vielen schönen Momente denke.

Ich kann so einen Vater-Kind-Trip nur empfehlen.

„Erzähl’ mir von Dir!“

Einen Abend liegen wir im Bus auf der Matraze. Wir sind auf einem wirklich wunderschönen Camping-Platz in der Mitte von Wales. Das Kind kuschelt sich an mich und sagt:

Erzähl’ mir was von dir! Von früher. Von deinem Leben!

Ähhhh… ja, äh, bitte?!

Alter Schwede, das ist mal eine Challenge.

Was erzählst Du? Was sind die Momente, die wirklich aussagekräftig sind über Dich und Dein Leben? Was sind die Dinge, die Du weitergeben willst?

Es schossen einige Geschichten durch meinen Kopf.

Berufliche Erfolge zum Beispiel – das, womit ich öfters angebe, wenn ich neue Leute kennenlerne. Ich habe ja zum Beispiel mal einen Radiosender mit aufgebaut… Neee, das interessiert das Kind doch nicht! Hier in Wales, in der Nacht!

Und die wilden Geschichten mit Frauen, die man, korrekter: Mann! gern nach dem dritten Gin oder Cuba Libre in der Kneipe zum Besten gibt – das kann ich jetzt auch nicht machen?! Die sind, wenn ich darüber nachdenkt, im übrigen ganz schön lange her!

Also zurück zu den beruflichen Dingen. Große Erfolge! Spannende Erlebnisse mit aufregenden Wendungen – sowas vielleicht!?

Ich habe eine kleine Aufgabe für Dich: Nimm Dir einen Zettel und schreibe drei Dinge auf, die Du Deinem Kind aus Deinem bisherigen Leben erzählen würdest.

Nimm Dir ruhig etwas Zeit, darüber nachzudenken.

Das ist etwas heikel

Mir fiel das in dieser Sommernacht in Wales wirklich schwer. Auch, weil mir durchaus auch einige eher negative einschneidende Erlebnisse in den Kopf kamen. Nichts, was an so einem Abend passen würde.

Es war Einschlafzeit, der Junge wartete!

Ich habe ihm schließlich von dem Moment erzählt, den ich für einen der schönsten, wenn nicht sogar den schönsten im meinem Leben halte: seine Geburt.

Das ist natürlich etwas heikel, er hat zwei Brüder, bei denen ich auch jeweils bei der Geburt dabei war. Die waren auch sehr schön und sehr besonders. Aber ich war ja in dem Moment nun mal mit ihm in dem Bus – und gefordert.

Ich erinnere mich noch sehr genau: Es war ein angenehmer Sommermorgen. Das Fenster im Kreissaal war auf, die Sonne stand über der Elbe, die gleich unter dem Fluss ruhig ihre Bahn zog. Und es duftete so herrlich nach Kaffee, als er seinen kleinen Kopf in die Welt steckte.

Was für ein magischer Moment.

Und, hast Du schon angefangen zu schreiben? Füllt sich dein Zettel?

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