Buch-Cover "Trennt Euch!", Thomas Meyer, Diogenes Verlag

Buch-Tipp: „Trennt Euch!“

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„Ob zwei Menschen zusammenpassen, ist keine Frage der Interpretation. Es passt, oder es passt nicht. Und meistens passt es nicht.“

Schon zum Einstieg langt Thomas Meyer richtig rein. Provokant ist der Titel seines Essays „Trennt Euch“, provokant ist auch der ganze Ton seines Textes.

Denn, so seine Beobachtung: „nichtpassende Paare“ sind in unserer Gesellschaft in der absoluten Mehrheit: „Sie machen gewiss vier von fünf Beziehungen aus, und viele von ihnen bleiben für lange Zeit zusammen, obwohl sie alle an ihrer Verschiedenheit leiden – oder gerade deswegen“.

Liebe vermag Probleme nicht zu lösen

Na klar, „es gibt Menschen, denen das ganz recht ist“, dass sie in einer unglücklichen Beziehung sind, argumentiert er. Aber die Mehrheit, so seine Überzeugung, fühlt sich dabei eben nicht an der richtigen Stelle.

In den 28 mehr oder weniger kurzen Kapiteln schafft Meyer es, den Blick der Leserinnen und Leser auf die eigene Beziehung in Außen zu bringen, auf die berühmte Meta-Ebene.

Und er fragt: Warum es immer weiter probieren, wenn es doch schlicht nicht passt?

„Liebe ist kein Grund, mit jemandem zusammen zu sein“, lautet zum Beispiel eine seiner Thesen. Ja sicher, es braucht natürlich Liebe, um zusammenzukommen.

Aber sie reicht allein eben nicht: „Liebe lässt sich von Problemen nicht aufhalten, vermag diese auch nicht zu lösen.“

Dabei greift er zu so drastischen Vergleichen wie diesem hier: Liebe sei wie die Sonne, die auch „immer wieder über Stalingrad aufging“ – sie reicht schlicht nicht, um das Morden und den Krieg in der Stadt zu verhindern.

Meyer ist kein Beziehungshasser

Er geht auch ausführlich auf die Themen ein, die die Trennung begleiten: Etwa die Kinder, die möglicherweise betroffen sind. Aber können Kinder in einer Familie glücklich sein, wenn die Eltern es nicht sind?`

Sicher nicht, seine Antwort.

Meyer ist kein Menschen- oder Beziehungshasser, im Gegenteil. Gleich zum Anfang erklärt er seine Motivation: „Ich glaube, dass der Sinn des Lebens darin besteht, Freude zu empfinden und sie zu teilen. Ich glaube, dass der Sinn einer Beziehung darin besteht, einander gutzutun und in der Entwicklung zu unterstützen.“

Sein Ziel ist es, Liebe zu verbreiten: „Denn ich glaube, dass das Leben sehr kurz ist. Zu kurz für alles, was uns nicht zum Lachen bringt.“

„Egoistisch und feige ist somit nicht, wer sich trennt – sondern wer es nicht tut, obwohl er möchte und müsste“, so sein Fazit.

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