Robert Betz: „Viele Männer spielen eine Rolle“

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Robert Betz über Männlichkeit, Gefühle und die Frage, warum viele Männer sich selbst nicht mehr spüren

Robert Betz gehört zu den bekanntesten Coaches im deutschsprachigen Raum. In seinen Büchern, Seminaren und Vorträgen beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie Menschen ein erfülltes Leben führen können. Im neuen 7VIERZIG-Podcast spricht er mit Peter Stawowy über Männlichkeit, innere Unruhe, Leistungsdruck und die Frage, was Männer heute brauchen, um wieder mehr bei sich selbst anzukommen.

Eine zentrale These von Betz: Viele Männer leben zu sehr im Kopf. Sie leisten, arbeiten, kämpfen, erfüllen Erwartungen – aber verlieren dabei den Kontakt zu sich selbst. „Den meisten Männern fehlt die Verbindung zu sich selbst“, sagt Betz. Sie seien „in der Birne unterwegs“, aber oft nicht mehr in Verbindung mit den eigenen Gefühlen, Wünschen und dem eigenen Herzen.

Männer tun so, als ob

Betz beschreibt viele Männer als Schauspieler: Sie tun so, als hätten sie alles im Griff. Als seien sie stark, souverän, unverletzlich. Gefühle von Schwäche, Unsicherheit, Angst oder Traurigkeit werden dagegen oft weggedrückt. Das beginne schon früh: Jungen lernten häufig, dass Weinen oder Schwäche zeigen nicht männlich sei.

Genau darin sieht Betz ein Grundproblem. Wer Gefühle dauerhaft verdrängt, verliere nicht nur den Kontakt zu sich selbst, sondern riskiere auch körperliche und seelische Probleme. Der Körper werde dann zum Signalgeber: Er zeige, wo etwas nicht stimme.

Das Leben ist kein Kampf

Ein weiterer wichtiger Punkt im Gespräch: Betz widerspricht der Vorstellung, das Leben müsse ein Kampf sein. Viele Männer hätten gelernt, sich über Leistung, Erfolg und Durchhalten zu definieren. Doch genau dieses Denken führe häufig in Erschöpfung, Konflikte oder Krisen.

Statt immer weiterzumachen, empfiehlt Betz, innezuhalten. Wahrnehmen, was da ist. Den eigenen Druck spüren. Den Körper ernst nehmen. Und sich zu fragen: Was begeistert mich eigentlich noch? Brenne ich für das, was ich tue? Habe ich echte Beziehungen zu anderen Männern? Lebe ich mein Leben – oder erfülle ich vor allem Erwartungen?

Echte Männerbeziehungen

Besonders deutlich wird Betz beim Thema Männerfreundschaften. Wenn Männer keine echten Beziehungen zu anderen Männern hätten, hätten sie oft auch keine wirkliche Beziehung zu sich selbst. Gemeint sind nicht oberflächliche Gespräche über Arbeit, Sport oder Alltag. Sondern auch ein ehrlicher Austausch über Zweifel, Ängste, Freude, Schwäche und Sehnsucht.

Gerade solche offenen Räume seien für Männer wichtig. Betz plädiert dafür, dass Männer wieder lernen, miteinander ehrlich zu sprechen – nicht nur rational, sondern auch emotional.

Freude statt Funktionieren

Im Podcast geht es auch um Väter, Vorbilder und die Frage, was Männer ihren Kindern vorleben. Betz sagt: Ein gutes Vorbild sei nicht der perfekte Leistungsmann, sondern ein Mann, der Freude ausstrahlt, Pausen machen kann, Gefühle zeigen darf und sein Leben bewusst gestaltet.

Sein Rat: Männer sollten sich regelmäßig Zeit für sich nehmen. Allein sein. Spazieren gehen. Schreiben. Den eigenen Gedanken und Gefühlen zuhören. Nicht, um sofort eine Lösung zu finden, sondern um sich selbst wieder wahrzunehmen.

Am Ende bleibt eine klare Botschaft: Männer müssen nicht härter werden. Sie müssen ehrlicher werden. Mit sich selbst, mit anderen Männern und mit dem Leben, das sie führen.

Die neue Folge des 7VIERZIG-Podcast gibt es bei Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.

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